Fühlen Sie sich „durchgedreht“? Wie Sie damit umgehen

Schwierigkeiten, Arbeitstermine, Elternpflichten, Haushaltsaufgaben und soziale Events unter einen Hut zu bringen? Manchmal findest du dich mitten in einem Wutausbruch wieder und merkst erst, was passiert ist, wenn die Schuldgefühle über das, was du gerade gesagt oder getan hast, deinen Kopf übernehmen. Keine Panik, du bist nicht allein – viele Frauen kennen das. Es ist fast so, als würde unser Nervensystem uns zu emotionalen Extremen treiben, nur um uns danach völlig erschöpft zurückzulassen.

Aber keine Sorge, das liegt zum großen Teil an hormonellen Veränderungen, die uns in völlig fremde Versionen unserer selbst verwandeln und zu impulsiven Handlungen führen können.

  • Wie soll man sich verhalten, wenn man kurz vor einem Ausbruch steht?
  • Hilft es, mit der Faust auf den Tisch zu hauen?
  • Oder jemandem seine Verzweiflung entgegenzuschreien?

Diese Reaktionen können sich im ersten Moment befreiend anfühlen, helfen aber nicht dabei, die Situation zu verbessern oder zukünftige Reaktionen zu verhindern. Hormone können unser Nervensystem regelrecht „kapern“, und manchmal fühlt es sich so an, als hätten wir keine volle Kontrolle über unser Handeln.

Aber wiederhole mit mir: „Alles ist gut“ – ich erkläre dir, warum das passiert und stelle dir Strategien vor, die verhindern, dass dieser „Vulkan“ ausbricht.

Dieser emotionale Wirbelsturm entsteht, weil die Hormonspiegel in unserem Körper schwanken, was unsere Geduld und Belastbarkeit in verschiedenen Phasen des Menstruationszyklus verringert. Im Laufe des Monats variieren die Spiegel von Östrogen, Progesteron und Testosteron erheblich, was sich direkt auf Stimmung, Energie und Stresstoleranz auswirkt. Jede Phase des Zyklus beeinflusst Gehirn und Körper auf unterschiedliche Weise. Dieses Wissen hilft dabei, die emotionalen Auswirkungen dieser Höhen und Tiefen zu lindern.

Warum beeinflussen Hormone die Stimmung?

Die Schwankungen von Östrogen, Progesteron und Testosteron während des Zyklus beeinflussen die Regulierung wichtiger Neurotransmitter wie Serotonin und Dopamin, die direkt mit der Stimmung und der Stressreaktion verknüpft sind. Hier ist eine einfache Übersicht der Phasen:

1. Follikelphase: Der Zyklus beginnt hier. Der Östrogenspiegel steigt, was Energie und Stimmung verbessert. Viele Frauen fühlen sich in dieser Zeit selbstbewusster und motivierter.

2. Eisprung: In der Mitte des Zyklus erreichen Östrogen und Testosteron ihren Höhepunkt, was oft die soziale Motivation steigert. Manche können jedoch auch eine erhöhte Ängstlichkeit oder Nervosität durch den plötzlichen Hormonanstieg spüren.

3. Lutealphase (Prämenstruell): Nach dem Eisprung steigt das Progesteron, während das Östrogen sinkt. Dieses Ungleichgewicht kann zu Reizbarkeit, Traurigkeit und erhöhter emotionaler Sensibilität führen – Stimmungsschwankungen sind hier am wahrscheinlichsten.

4. Menstruation: Während der Periode sinken die Hormonspiegel stark ab, was oft zu Müdigkeit und einer geringeren Stresstoleranz führt. Manche Frauen empfinden diese Phase als Erleichterung, andere erleben körperliches und emotionales Unbehagen.

Strategien zur Bewältigung der emotionalen Achterbahn

1. Tracke deinen Zyklus und deine Gefühle: Die Überwachung deines Zyklus hilft dir, Phasen erhöhter Sensibilität vorherzusehen. In der Life-App bieten wir dir tägliche Tipps auf der „Heute“-Seite an, die dir Einblicke passend zu deiner aktuellen Zyklusphase geben.

2. Entspannungspraktiken: Techniken wie Meditation, tiefes Atmen und Yoga helfen, die Intensität emotionaler Reaktionen zu senken, indem sie das Nervensystem beruhigen.

3. Regelmäßige Bewegung: Körperliche Aktivität kurbelt die Produktion von Endorphinen an, die das Wohlbefinden steigern. Ein Spaziergang, Tanzen oder leichtes Joggen kann die Stimmung deutlich verbessern.

4. Ausgewogene Ernährung: Nährstoffe wie Magnesium und Vitamin B6 wirken sich positiv auf die Hormonregulierung aus. Der Verzicht auf zu viel Koffein und Zucker in der Lutealphase kann Reizbarkeit minimieren.

5. Fachlicher Rat: Bei sehr starken PMS-Symptomen (PMDS) können Ärzte oder Ernährungsberater helfen, Nährstoffmängel zu identifizieren und gezielte Nahrungsergänzungsmittel zu empfehlen.

Vergiss nicht: Seinen Zyklus zu verstehen und zu respektieren, ist eine Form von Selbstmitgefühl. Es hilft dir, dich besser an die emotionalen und körperlichen Bedürfnisse jeder Phase anzupassen.

Medizinischer Haftungsausschluss

Dieser Artikel dient nur der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wende dich für Diagnosen und Behandlungen immer an medizinisches Fachpersonal.

Zum Weiterlesen:

  1. Harvard Health Publishing: Hormones and Your Mood
  2. American College of Obstetricians and Gynecologists: Understanding the Menstrual Cycle
  3. National Institutes of Health: The Role of Estrogen and Progesterone