Der Januar ist der Monat der Gebärmutterhalsgesundheit – eine wichtige Gelegenheit, Wissen zu verbreiten, Präventivmaßnahmen zu fördern und proaktive Schritte zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs anzuregen. Aber zuallererst ist es wichtig zu wissen, worüber wir überhaupt sprechen.
Was ist Gebärmutterhalskrebs?
Gebärmutterhalskrebs ist eine Krebsart, die in den Zellen des Gebärmutterhalses auftritt – dem unteren Teil der Gebärmutter, der mit der Vagina verbunden ist. Er entwickelt sich in der Regel langsam und beginnt mit präkanzerösen Veränderungen (Dysplasien), bevor er zu invasivem Krebs fortschreitet. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Gebärmutterhalskrebs weltweit die vierthäufigste Krebsart bei Frauen, gehört aber auch zu den am besten vermeidbaren.
Die Hauptursache für Gebärmutterhalskrebs ist eine anhaltende Infektion mit Hochrisikotypen des humanen Papillomavirus (HPV). HPV ist eine häufige sexuell übertragbare Infektion. Nicht alle HPV-Infektionen führen zu Gebärmutterhalskrebs; tatsächlich werden viele vom Immunsystem erfolgreich bekämpft. Wenn eine Infektion jedoch fortbesteht, kann sie zu Zellveränderungen führen, die sich bei Nichtbehandlung zu Krebs entwickeln können.
Anzeichen und Symptome
Gebärmutterhalskrebs im Frühstadium verursacht oft keine Symptome, weshalb eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung unerlässlich ist. Mit fortschreitender Erkrankung können folgende Symptome auftreten:
- Abnormale Vaginalblutungen (z. B. zwischen den Perioden, nach dem Geschlechtsverkehr oder nach der Menopause)
- Schmerzen im Beckenbereich
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- Ungewöhnlicher Ausfluss
Wenn Sie eines dieser Symptome bemerken, suchen Sie so schnell wie möglich Ihren Arzt auf.
Wie kann ich vorbeugen?
Gebärmutterhalskrebs ist durch Impfung, Vorsorgeuntersuchungen und die Behandlung von Vorstufen weitgehend vermeidbar. So können Sie sich schützen:
1. HPV-Impfung
Der HPV-Impfstoff ist hochwirksam bei der Vorbeugung von Infektionen mit Hochrisiko-HPV-Stämmen, die für die meisten Fälle verantwortlich sind. Die Ständige Impfkommission (STIKO) und internationale Gesundheitsbehörden empfehlen die Impfung für:
- Kinder im Alter von 9 bis 14 Jahren (idealerweise vor dem ersten sexuellen Kontakt).
- Junge Erwachsene bis 26 Jahre, falls sie zuvor nicht geimpft wurden.
- Erwachsene zwischen 27 und 45 Jahren nach Rücksprache mit ihrem Arzt über den potenziellen Nutzen.
2. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (Screening)
Vorsorgeuntersuchungen können präkanzeröse Veränderungen frühzeitig erkennen. Die zwei Hauptmethoden sind:
- Pap-Abstrich (Papanicolaou-Test): Erkennt abnormale Zellen am Gebärmutterhals.
- HPV-Test: Identifiziert das Vorhandensein von Hochrisiko-HPV-Stämmen.
Viele Krebsgesellschaften weltweit empfehlen, mit dem Screening ab dem 25. Lebensjahr zu beginnen und es gemäß den medizinischen Leitlinien regelmäßig fortzusetzen.
3. Praktizieren von Safer Sex
Da HPV durch sexuellen Kontakt übertragen wird, kann die Verwendung von Kondomen und die Begrenzung der Anzahl der Sexualpartner das Infektionsrisiko senken.
4. Raucherentwöhnung
Rauchen schwächt das Immunsystem und macht es dem Körper schwerer, HPV-Infektionen zu bekämpfen. Raucherinnen haben ein höheres Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken.
Globale Auswirkungen
Gebärmutterhalskrebs betrifft überproportional Frauen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, in denen der Zugang zu Impfstoffen und Vorsorgeuntersuchungen oft begrenzt ist. Die WHO verfolgt das Ziel, Gebärmutterhalskrebs als öffentliches Gesundheitsproblem zu eliminieren, indem eine HPV-Impfquote von 90 %, eine Screening-Quote von 70 % und eine Behandlungsquote von 90 % erreicht werden soll.
Aktiv werden im Monat der Gebärmutterhalsgesundheit
Nutzen Sie diesen Januar als Erinnerung, Ihre Gesundheit an erste Stelle zu setzen:
- Vereinbaren Sie einen Termin: Wenn Ihre letzte Vorsorgeuntersuchung fällig ist, rufen Sie heute in Ihrer Praxis an.
- Sprechen Sie darüber: Teilen Sie Informationen mit Freunden und Familie über die Bedeutung der Vorsorge.
- Impfstatus prüfen: Stellen Sie sicher, dass berechtigte Kinder und junge Erwachsene in Ihrem Umfeld gegen HPV geimpft sind.
Gebärmutterhalskrebs ist bei Früherkennung vermeidbar und behandelbar. Machen Sie die Gesundheit Ihres Gebärmutterhalses zu einer Priorität – nicht nur im Januar, sondern das ganze Jahr über.
Informationsquellen:
- World Health Organization (WHO) – Cervical Cancer: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/cervical-cancer
- Centers for Disease Control and Prevention (CDC) – HPV and Cancer: https://www.cdc.gov/cancer/hpv/
Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung. Konsultieren Sie bei spezifischen Anliegen immer einen Arzt.
